Schulelternrat stellte die Ergebnisse zum Thema Mediennutzung an Lemgoer Schulen vor

Mediennutzung, Medienberatung, Medienkonzept, Smartphone Nutzung und neue Kommunikationswege standen im Mittelpunkt der der Diskussionen, zu denen der Schulelternrat (SER) die Elternvertreter aller Lemgoer Schulen eingeladen hatte. Die Ergebnisse für die Grund- und weiterführenden Schulen wurden jetzt in einer großen Abschlussrunde vorgestellt.Der erste Vorsitzende des SER Jürgen Schmutte freute sich sehr, dass neben den Elternvertretern der Lemgoer Schulen auch Herr Thomas Portong, der zu der Abschlussveranstaltung zum Thema Medien begrüßen durfte und der als Leiter des Geschäftsbereiches Jugend und Schule der Stadt Lemgo auch für die Ausstattung der Schulen verantwortlich ist.Einführend erläuterte Schmutte, dass man den ursprünglichen Plan verworfen hat, die einzelnen Konzepte an der verschiedenen Schule aufzunehmen und detailliert darzustellen. Im Laufe der Diskussionen sei nämlich klar geworden, dass die Ausstattung, der Bildungsstand der Lehrer, die Anforderungen der Schulen und die Möglichkeiten der Integration von Medien um Unterricht sehr unterschiedlich sind. Auch haben die Schulen eine unterschiedliche Herangehensweise bei der Erstellung und Umsetzung der Medienkonzepte, weshalb einen deutlich unterschiedlichen Stand haben. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier…

Im Laufe des Vortrags wurde klar, dass es allen Verantwortlichen klar sein muss, dass die Herausforderung weniger bei der Auswahl und Nutzung der Medien als solches liegt, sondern bei der Entwicklung, Erprobung und Evaluierung praktikabler Handlungskonzepte und pädagogisch-didaktischer Szenarien für unterschiedliche Anwendungsfälle. Besonders wurde herausgestellt, dass die Nutzung von Medien im Unterricht einen Mehrwert bieten müsse. Der Einsatz von Medien im Unterricht ist beispielsweise sehr sinnvoll, wenn Inhalte dadurch greifbarer dargestellt werden können oder interaktive Lehrbücher den individuellen Lehrstand eines Kindes berücksichtigen.Große Übereinstimmung gab es bei den Eltern hinsichtlich der Handynutzung. Mobile Endgeräte wie beispielsweise Smartphone oder SmartWatch haben in der Schule und auf dem Schulhof nichts verloren, es sei denn, sie werden im Unterricht auf Anweisung des Lehrers genutzt oder sind beispielsweise medizinisch indiziert.

Besonderer Handlungsbedarf insbesondere an den weiterführenden Schulen besteht im Bereich der kritisch reflektierten Nutzung von Medien. Kinder müssen lernen, welche Informationen Sie über die Medien an wen weitergeben, dass Sie Informationen und deren Quellen kritisch hinterfragen müssen und die Rechte Dritter beispielsweise Rechte am eigenem Bild zu respektieren haben. Umso wichtiger ist es, dass Schüler und Eltern in die Überlegungen der Schule einbezogen werden, da die Familie in der Regel der erste Ort ist, an dem Medien genutzt werden. Die Eltern stellen die Weichen dafür, wie ihre Kinder mit Medien umgehen und sind selbst Vorbild – wenn auch nicht immer nur um positiven Sinn. Was die Mediennutzung angeht, sind abgestimmte klare Regelungen zwischen Schule, Eltern und Schülern sinnvoll. Die Regeln wirken aber nur, wenn Sie regelmäßig thematisiert und konsequent umgesetzt werden. Daher Sie sollten Eltern und Schüler zumindest in die Entwicklung des Medien-Leitbildes und sinnvollerweise bei der Medienkompetenzvermittlung eingebunden werden.

Am Beispiel der Erreichbarkeit der Lehrer per E-Mail wurde klar, dass die Aufgabenteilung insbesondere zwischen Land und Schule durchaus zu Problemen im Schulalltag führen. Herr Portong konnte den Wunsch der Eltern nach einem Email Postfach für alle Lehrer unter einer Schuladresse gut verstehen, musste aber darauf verweisen, dass die Lehrer beim Land angestellt sind und eine Bereitstellung eines Servers für die Mailkommunikation der Lehrer durch die Stadt zu juristischen Problemen führe. Es sei Aufgabe des Landes NRW, den Lehrern die erforderliche Infrastruktur zu Verfügung zu stellen. Dieses arbeite auch daran, jedoch sei die Einführung der digitalen Arbeits- und Kommunikationsplattform „LOGINEO NRW“ in der Vergangenheit immer wieder verschoben worden.

Eine ähnliche Problematik ergibt sich auch bei der Umsetzung des durch das Land vorgegebenen Medienkompetenzrahmens, da für die Ausstattung der Schulen mit der erforderlichen Technik die Kommunen in die Pflicht genommen werden, die jedoch den Ausstattungsbedarf eigentlich erst aus den Medienkonzepten ableiten können. Den Schulen sind aber nur die zu vermittelnden Kompetenzen vorgegeben, an konkreten, ausgearbeiteten und erprobten Umsetzungsvorschlägen fehlt es jedoch weitestgehend.

Der stellvertretende Vorsitzende Georg Klene dankte zum Schluss der Veranstaltung allen Eltern für die geführten Diskussionen und wünschte den Elternvertretern viel Erfolg bei der Umsetzung in den Schulgremien. Bei aller Euphorie darf aber nicht vergessen werden, dass die klassischen Lehrfächer nicht in den Hintergrund geraten. Wichtig sei es nun, das Thema von allen Beteiligten so zu gestalten, dass die Schüler einen Mehrwert von der Mediennutzung haben. Für die erfolgreiche Umsetzung sei die Weiterqualifikation der Lehrer, eine unkomplizierte Beschaffung von Test- und Ersatzhardware sowie der Erfahrungsaustausch der Medienbeauftragen der Schulen wichtig. Abschließend wies er darauf hin, dass die Elternvertreter in Naher Zukunft zur Vorstandswahl eingeladen werden und die Arbeit mit den Themen „Transparenz Unterrichtsausfall / Personalressourcen“, „Qualität der OGS“ und der „Gestaltung der Schulgelände“ fortgesetzt werden soll.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch hier: https://medienkompetenzrahmen.nrw.de/medienkonzept/